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Mobile Payment - Wann kommt der Durchbruch in Deutschland?

Immer mehr Smartphones sind heute mit einem NFC-Chip ausgestattet: Die im Vergleich zu Bluetooth sichere Funktechnologie liefert die technische Grundlage für das Mobile Payment. Doch fehlende Standards und geringes Kundeninteresse wirken einer weiteren Verbreitung hierzulande noch entgegen. Mit der kürzlich angekündigten Einstellung des Mobile Payment Dienstes Yapital geriet das mobile Bezahlen erneut in die Negativ-Schlagzeiten. Wann ist mit einem Durchbruch zu rechnen?

Technische Voraussetzungen vorhanden


Spätestens mit der Einführung von Near Field Communication (NFC) beim Erscheinen des iPhone 6 sollte auch das mobile Bezahlen den Massenmarkt erreichen. Durch die hohen Verkäufe von Apple's Smartphone, waren sich Fachleute sicher, würden auch damit verknüpfte Bezahldienste ganz automatisch an Bedeutung gewinnen. Ob die Entscheidung Apples, Drittanbieter unter den Bezahldiensten zunächst auszuschließen zum bisherigen Misserfolg geführt hat, kann nicht mit Sicherheit gesagt werden. Fakt ist aber: In den USA nutzen bereits 14 Prozent aller Haushalte, die auch über eine Kreditkarte verfügen, Apple Pay.

Mäßiger Erfolg in Deutschland

In Deutschland verhindert wohl vor allem der User einen vergleichbaren Erfolg: Bei der hiesigen Kundschaft kennt die Technikbegeisterung anscheinend Grenzen, wenn es um das eigene Geld geht. Mögliche Schwächen beim Datenschutz und fehlende Sicherheit bei der Nutzung verunsichern den User hierzulande noch. Soll Mobile Payment auch in Deutschland von Erfolg gekrönt sein, gilt es, dem Nutzer genau diese Ängste zu nehmen. Weiterhin muss das Verfahren zur Registrierung sehr einfach sein, damit Interessenten die Hürden genommen werden, das Smartphone als Zahlungsmittel einmal auszuprobieren. Unterstrichen wird diese Feststellung durch das Scheitern des Anbieters Yapital. Der größte in Deutschland aktive Dienst vereinte bisher rund 100.000 der 200.000 geschätzten Mobile Payment-Nutzer auf sich - und wird sein Geschäft mit Endnutzern einstellen.

Innovative Ansätze

Doch es gibt auch positive Beispiele, die eine verstärkte Nutzung des Bezahlens mit dem Smartphone auch hierzulande nahelegen: Der Mobile Payment Dienst "MobPay" von Mobile Trend schafft einen echten Mehrwert, weil hier direkt über die Mobilfunknummer in fast allen europäischen Ländern bezahlt werden kann. Dadurch sind Zahlungen beispielsweise in Online-Shops schnell und einfach möglich, ohne dass die Registrierung bei einem weiteren Anbieter notwendig ist. Auch der Discounter Aldi gibt sich innovativ, indem derzeit schon 2.400 Filialen auf eine Zahlung per Wallet-App umgerüstet wurden. Mit dem steigenden Angebot, so das Kalkül Anbieter, findet der erwartete Sinneswandel auch beim Endnutzer statt.

Vorteile in der täglichen Nutzung

Denn die Vorteile von Mobile Payment liegen auf der Hand: Das Handy haben die meisten Leute immer bei sich, für die Zahlung kann die Geldbörse zuhause bleiben. Im Vergleich zur Barzahlung oder EC-Karte ist das Verfahren zudem deutlich schneller. In Punkto Sicherheit sind die Vorteile vom Mobile Payment ebenso offensichtlich: Eine Verifizierung per PIN oder Fingerabdruck verhindert eine Nutzung durch Unbefugte auch bei einem Verlust des Smartphones. Der Wandel des Käuferverhaltens ist - das konnte schon beim Online-Shopping beobachtet werden - keine rein rationale Frage. Für die Nutzung ist die Kategorie Vertrauen besonders wichtig. Wie Umfragen zeigen, sind Nutzer eines Online-Shops auch eher bereit, ein Mobile Payment-System desselben Händlers im stationären Handel zu nutzen. Trotz der aktuell schwierigen Situation darf damit gerechnet werden, dass sich Mobile Payment in den kommenden Jahren durchsetzt. Die Voraussetzungen sind gegeben, der Nutzer wird die Vorteile erkennen. Wann das sein wird, erscheint allerdings noch fraglich.

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